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Gelungener
Start
„Jedem Kind ein Instrument“ ist ein musikpädagogisches
Angebot für das Ruhrgebiet, das allen Grundschülern die
Möglichkeit eröffnet, ein Musikinstrument zu erlernen.
Jedem Kind wird ab dem 2. Schuljahr sein Wunschinstrument als kostenlose
Leihgabe für den Unterricht und für zu Hause zur Verfügung
gestellt. Wie im gesamten Ruhrgebiet, hat der Unterricht auch in
Essen erfolgreich begonnen: Zum Schuljahresbeginn 2007/08 starteten
700 Erstklässler an 23 Grundschulen mit dem Projekt. Bis zum
Kulturhauptstadtjahr 2010 soll das Angebot allen Grundschülern
des Ruhrgebiets offen stehen, in Essen werden es über 6.000
Kinder sein, zum Jahr 2013 rechnet man mit mehr als 10.000 Essener
Kindern.

Träger
des Projektes ist die Stadt Essen. Bei der Organisation und Durchführung
in Essen ist die Folkwang Musikschule federführend.
Sie kooperiert mit den vier privaten Musikschulen „Die
Musikmacher“, „Musikschule Ruhr“,
„Werdener Musikschule“ und „Musikschule
Margarethenhöhe“. Die Zusammenarbeit zwischen
allen Beteiligten verläuft sehr konstruktiv, und der gemeinsame
Unterricht im „Tandem“ von Grundschullehrern und Musikschullehrern
wird als äußerst positiv und bereichernd empfunden.
Über
vier Jahre erhalten also unsere Kinder in Essen die Chance, sich
mit Musik und eigenständigem Musizieren zu befassen, sich für
Musik zu begeistern. Der Unterricht macht sie mit der Vielfalt musikalischer
Ausdrucksformen vertraut und stärkt das Zusammenspiel sowie
Kreativität, Ausdauer und Wahrnehmungsfähigkeit.
Ziel
der fünf beteiligten Musikschulen ist es, den Kindern eine
umfassende musikalische Grundausbildung zu vermitteln, die über
die erlernten instrumentalen Fertigkeiten hinausgeht. „Jedem
Kind ein Instrument“ ist weit mehr als ein Angebot für
Kinder, in ihrer Grundschule ein Musikinstrument zu erlernen. Die
Ergänzung zum Musikunterricht ist ein nachhaltiger Anschub
für die kulturelle Bildung.
Das
Programm gibt Impulse für die Integration von Schülern
unterschiedlicher kultureller und sozialer Herkunft. Und es verbindet
die Kompetenzen der örtlichen Musikschulen mit den Ressourcen
der Grundschulen.

1.
Schuljahr – macht neugierig
Kinder entdecken die Welt von Takt, Rhythmus und Noten spielerisch.
Die I-Dötzchen lernen eine Vielzahl von Instrumenten kennen:
Gitarre, Geige, Querflöte, Klarinette, Akkordeon, Bratsche,
Violoncello, Kontrabass, Horn, Trompete, Posaune, Keyboard, Baglama
und Mandoline – alles können die Kinder ausprobieren.

2.
Schuljahr – gemeinsam im Takt
Jedes Kind hat sich für sein Lieblingsinstrument entschieden,
was es nun als Leihgabe erhält, und zwar nicht nur für
die Schule, sondern auch zum Üben zu Hause. Ausgebildete Musikpädagogen
unterrichten die Kinder in Kleingruppen am gewählten Instrument.

3.
und 4. Schuljahr – spielen im Ensemble
Ab der dritten Klasse kommt zum Instrumentalunterricht das Ensemblespiel
im Kinderorchester hinzu. Hier üben die Kinder das Zusammenspiel
mit vielen unterschiedlichen Instrumenten und lernen das Aufeinanderhören
und den Orchesterklang. Jahrgangsübergreifend proben die Schülerinnen
und Schüler einmal wöchentlich das gemeinsame Musizieren
als Schulorchester. Am Ende eines jeden Schuljahres steht ein großes
Abschlusskonzert.

Auswirkungen
auf die Musikschularbeit
Die Musikschularbeit im Ruhrgebiet wird sich durch das Jeki-Projekt
stark verändern. Die Inhalte der bisherigen musikalischen Grundausbildung
werden durch einen instrumentenbezogenen Unterricht ersetzt, der
während der 4-jährigen Grundschulzeit elementare Fertigkeiten
an dem gewählten Instrument vermittelt. Dieser Unterricht wird
allen Kindern in Essen ermöglicht, so dass die Anzahl der Kinder,
die einen Zugang zum instrumentalen Musizieren erhalten, in der
nächsten Zeit stark ansteigen wird. Nach den bisherigen Erfahrungen
ist davon auszugehen, dass sich diese Entwicklung auch über
die Grundschulzeit hinaus fortsetzt. Eine steigende Anzahl von Kindern
und Jugendlichen, die Instrumentalunterricht erhalten, wird die
Folge sein.

Allein
durch das Jeki-Projekt werden in den nächsten Jahren im gesamten
Ruhrgebiet etwa 600 zusätzliche Lehrkräfte benötigt.
Dabei ist der steigende Bedarf für nachfolgende Instrumentalunterrichte
noch nicht berücksichtigt. Entsprechend qualifizierte Lehrkräfte
in dieser Anzahl zu finden, ist ein Problem, dessen Lösung
sich zurzeit alle beteiligten Stellen widmen.
Projektfinanzierung
Öffentliche Gelder regeln langfristig den Betrieb des Projekts
im gesamten Ruhrgebiet. Die Kulturstiftung des Bundes und das Land
Nordrhein-Westfalen stellen bis zum Schuljahr 2010/2011 jeweils
10 Millionen Euro zur Verfügung. Darüber hinaus hat die
Landesregierung am 8. April 2008 bewilligt, die für alle Kinder
eine kostenfreie Teilnahme im ersten Schuljahr sicherzustellen.
Die Zukunftsstiftung Bildung in der GLS Treuhand e. V. bringt mit
privaten Förderern zusammen weitere Finanzmittel ein.
Die
für das Projekt erhobenen Teilnahmebeträge sollen zur
Finanzierung der Lehrkräfte beitragen. Allerdings sorgen großzügige
Gebührenbefreiungen und Stipendien dafür, dass alle Kinder
unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Eltern
am Projekt teilnehmen können. In diesem Bereich erbringen die
teilnehmenden Kommunen einen Eigenanteil von insgesamt ca. 2,5 Millionen
Euro.
Für
die Stipendienfonds und die Grundausstattung mit Musikinstrumenten
bedarf es jedoch auch des Engagements von Bürgern, Stiftungen
und Wirtschaftsunternehmen. 10 Millionen Euro werden dafür
veranschlagt, wobei die Musikschulen versuchen, die Kosten für
die Instrumentenbeschaffung in ihrer Stadt von Spendern und Sponsoren
zu akquirieren. Die in Bochum ansässige „Stiftung Jedem
Kind ein Instrument“ fördert jeden geleisteten Beitrag,
indem sie ihn verdoppelt. Zum Schuljahr 2007/2008 musste die Folkwang
Musikschule für ca. 700 Kinder Instrumente im Wert von rd.
240.000 Euro anschaffen, also 120.000 Euro an Spenden und Sponsorgelder
einwerben. Dabei sind pauschale Spenden ebenso willkommen wie die
gezielte Förderung der Instrumentenanschaffung für bestimmte
Grundschulen oder Grundschulklassen.

Link
zur Website des Ruhrgebietprojektes: www.jedemkinde.de
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