Foto: Niraz Saied

LABOR FÜR WELTMUSIK
Der „Trümmerpianist“ Aeham Ahmad von Damaskus
Musikalische Begegnung zwischen Orient und Okzident

Aeham Ahmad, geboren 1988 in Damaskus, gehört der palästinensischen Minderheit in Syrien an und lebte mit seiner Familie bis 2015 im Flüchtlingscamp Jarmuk, wohin bereits sein Großvater 1948 aus Palästina floh. Sein musikalisches Talent wurde früh gefördert. Ab dem fünften Lebensjahr erlernte er das Klavierspielen von seinem Vater, um mit 23 Jahren ein Musikstudium in Damaskus und Homs zu absolvieren. Wegen eines Granatensplitters in seiner rechten Hand bleibt ihm eine Karriere als klassischer Konzertpianist wohl verwehrt.

Aeham Ahmad spielte unter Lebensgefahr mit seinem Klavier auf einem Rollwagen in den Straßen Jarmuks, um durch das gemeinsame Musizieren den Menschen in seiner Heimat ein wenig Hoffnung und Freude zu schenken. Im Frühjahr 2015 verbrannten die Islamisten aufgrund des dort verhängten Musikverbotes vor seinen Augen sein Instrument.

Seit seiner Ankunft in Deutschland gab Aeham Ahmad viele Konzerte, z. B. in Berlin, Bonn, München, Leipzig, Köln und Stuttgart, und begeistert mit der Intensität und Virtuosität seiner Auftritte, bei denen er neben Beethoven und Mozart vor allem Eigenkompositionen und traditionelle Lieder spielt. In München trat er zusammen mit den Sportfreunden Stiller, Judith Holofernes und Herbert Grönemeyer beim „Stars-sagen-Danke-Konzert“ für Flüchtlingshelfer auf, in Köln bei einer Demonstration gegen sexuelle Gewalt. Im Dezember 2015 wurde ihm in der Bundeskunsthalle Bonn der erste Internationale Beethovenpreis für Menschenrechte verliehen.

Freitag, 9. Juni 2017, 20:00 Uhr
Einführung in die arabische Musik: 19:45 Uhr, Prof. Dr. Ilse Storb



Abendkasse: 8,00 € / 5,00 €
Schloß Borbeck, Residenzsaal, Schloßstraße 101, 45355 Essen

www.labor-fuer-weltmusik.de
www.aeham-ahmad.com

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